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Interview: Sven Hergovich im Gespräch
Sven Hergovich war von 2018 bis 2023 Landesgeschäftsführer des AMS Niederösterreich und leitet seit zwei Jahren die SPÖ NÖ als Landesparteivorsitzender. Im Interview erläutert er, wie er Energiepreise senken und das Eigenheim wieder leistbar machen möchte – und warum ihm Familie und Natur besonders wichtig sind.
Sie sind mit 37 Jahren der jüngste
Landesparteivorsitzende.
Was hat Sie in die Politik geführt?
Ich wollte nie hinnehmen, dass sich Menschen im Alltag alleine gelassen fühlen. Wenn eine Familie nicht weiß, wie sie die nächste Rechnung zahlen soll, oder Menschen monatelang auf einen Arzttermin warten, dann braucht es jemanden, der nicht wegschaut. Ich mache Politik, weil ich glaube, dass jede und jeder ein Leben in Sicherheit und Würde verdient.
Wieso braucht es
diesen Plan des SPÖ-Klub NÖ?
Weil die vielen aktuellen Krisen den Menschen die Zuversicht rauben. Wir haben uns im Klub Lösungsvorschläge überlegt, die wieder Hoffnung und Zuversicht geben sollen. Unser Plan bringt vor allem Lösungen nach Niederösterreich, die woanders schon funktionieren.
Wie wollen Sie Energiepreise senken?
Die EVN gehört der Bevölkerung. Wenn Familien mit der Stromrechnung kämpfen, darf ein Landesenergieversorger keine Rekordgewinne machen! Diese sollten verwendet werden, um die Strompreise zu senken.
Warum sind Sie zuversichtlich, dass der Plan des SPÖ-Klub NÖ umgesetzt wird?
Unser Plan ist vollständig gegenfinanziert, die Ideen wurden zumeist schon erprobt, und er kann ohne neue Schulden umgesetzt werden. Wohnbau und Bodenfonds starten, damit das Eigenheim wieder leistbar wird. Drittens: Kinderbetreuung endlich auch am Nachmittag kostenfrei machen.
Wie sichern Sie ärztliche Versorgung
und Gesundheit im Land?
Indem wir mehr Kassenstellen schaffen. Niederösterreich muss junge Ärztinnen und Ärzte binden. Mit Planungssicherheit sund vernünftigen Rahmenbedingungen.
Was gibt einem als Roter im extrem
ÖVP-dominierten NÖ Zuversicht?
Menschen, die sich umeinander kümmern, die anpacken, die nicht aufgeben. Wenn ich sehe, wie viel sozialdemokratische Kraft in unserem Bundesland steckt, dann weiß ich, wir haben alles, was wir brauchen, um Zukunft zu schaffen.
Abseits der Politik: Was treibt Sie an?
Meine Familie. Sie erinnert mich daran, dass es um Lebensrealitäten geht, nicht um Schlagzeilen. Und ich bin unglaublich gerne in der Natur. Deshalb bin ich froh, in einem Bundesland mit so schöner Natur wie Niederösterreich zu leben!
Gibt es auch ganz neue Ideen des SPÖ-Klubs?
Ja! Wir schlagen beispielsweise eine Fast-Lane bei MRT, CT oder anderen Gesundheitsuntersuchungen vor, wenn es Verdacht auf Krebs oder ähnliche schwere Erkrankungen gibt. Und wir wollen einen eigenen Bodenfonds für Niederösterreich, damit der Traum von Eigenheim wieder leichter realisierbar ist.
Was werden Menschen als Erstes konkret spüren?
Bankomaten bleiben im Ort, Freibäder schließen nicht mehr, Öffi-Verbindungen werden ausgebaut, Strom wird billiger. Politik muss wieder im persönlichen Leben spürbar sein – nicht nur im Gesetzestext.
Welche drei Maßnahmen setzen Sie zuerst um?
Erstens: Die EVN verpflichten, Strompreise zu senken. Zweitens: Gemeinnützigen Wohnbau und Bodenfonds starten, damit das Eigenheim wieder leistbar wird. Drittens: Kinderbetreuung endlich auch am Nachmittag kostenfrei machen.
„Wenn Familien mit der Stromrechnung kämpfen, darf ein Landesenergieversorger keine Rekordgewinne machen!“
SVEN HERGOVICH, Landesrat
